Kategorie-Archiv: RadioDifficulture

GM #3 — Ghost Dance — to come from nowhere (Geister & Medien #3)

RDiff_GhostDance

RadioDifficulture: Ausstrahlung auf Radio Lora 97,5 MHz, SO21, am 28. Januar 2018, 21.45 h
GHOST DANCE — to come from nowhere — Geister und Medien #3 als MP3 hoeren

Zu Anfang der technischen Revolution gerieten Geister scheinbar in Vergessenheit, doch gerade durch Fotografie, Kino und durch die Audio- und Fernmeldetechnologie oeffnete sich ihnen ein neuer Raum: »Now they often jump on radiowaves . . . »

Eine sonntagabendliche Scéance, bzw. ein radiophonischer »Remix» von »Ghost Dance», dem Film Ken Mc Mullens (1983) mit Jacques Derrida, in dem viele Facetten von Geistern und Medien vergegenwaertigt werden. — »Ghost Dance» war ebenso der Name einer Emanzipationsbewegung amerikanischer Natives im neunzehnten Jahrhundert, die 1890 im Massaker von Wounded Knee niedergeschlagen wurde.

MM1 – Die Reise der Seele

Metrailler_DieReiseDerSeele

R A D I O _ D I F F I C U L T U R E
ReiseDerSeele 1 als MP3 hoeren
Sonntag 4.Dezember 2016, 21.45
SO21 Radio Lora international, 97.5MHz, http://www.lora.ch

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Die magische Welt der Marie Metrailler — Eine athmosphaerisch meditative Lesung in min. 15 Folgen. Von Tobias Marcos Strebelinsky

Das erste Kapitel aus dem Buch von Marie-Magdeleine Brumagne: „Die Reise der Seele — Die Lebensgeschichte der Marie Metrailler“, Benziger, 1982. (Heute wird das Buch bei Piper verlegt, — wenn ich dafür Werbung machen darf, freue ich mich.)

„Dass meine Grossmutter sehr vertraut mit den Toten umging, daran kann ich mich gut erinnern. Mein Vater ebenfalls. Die sind also mit armen Seelen zusammengetroffen — unterhielten sich mit ihnen. In einem gewissen Sinn ist es gut, dass die Natur ringsum, mich gegen diese für ein Kind doch sehr dumpfe Athmosphaere in Schutz genommen hat.

Meine Grossmutter und auch meine Mutter erzählten mir jene Geschichten von früher, Geistergeschichten meist. Für sie waren wir in ständigem Kontakt mit den jenseitigen Kräften. Ja, zum Glück beschützte mich die Natur, Sie war irgenwie beruhigend. Hier hatte ich Boden unter den Füssen“

Die Frau, die uns in Chiapas, Mexico ein Dorf zeigte, in dem vielfältigte schamanische Praxis geführt wird, erzählte uns auf einer Tour, an der ich 2002 teilnahm: Wenn mer° in Europa von Schamanismus rede, habe mer’s schwer. — Mir kam das damals spanisch vor (in dieser Sprache hat sie auch tatsächlich geredet). — Es waren die Zeiten nach einem grossen Befreiungschub der Tanzkultur in Zürich. Ungefähr im Jahr 97 oder 98 fiel das Tanzverbot, das vermutlich im Mittelalter, zu Zeiten der Täufer eingeführt wurde. Das Internet war noch jung und gab uns damals das Gefühl, ein auf alle Seiten hin offenes und alles verbindendes Medium könne die Welt vielleicht am besten vor Machtmissbraeuchen schützen. — Und der kulturellle Kontext, mit einem doch auch nach 2001 immernoch sehr laizistischen CommonSense, schien mir klar auf der Seite von Interesse und Toleranz zu stehen. Es gab zwar durchaus auch ein Gefühl dafür, dass die Religionen wieder an Bedeutung gewinnen könnten, und neues Unwesen treiben könnten.

13 Jahre später, denke ich: Doch! — Es macht ein Leben nicht einfacher, wenn jeman sich mit den zarten und feinen Stoffen beschäftigt, Einfühlung übt und sich intensiv mit Dingen beschaeftigt, die geheimnisvoll, — vielleicht beängstigend sind. — Aber es passieren — selbst wenn mer als Rationalist und als spirituelles Greenhorn unterwegs ist –, dabei immer auch sehr interessante und merkwürdige Dinge, die selbstverstaendlich ihre Gründe meist eher in den Reflexen haben, als dass da tatsächlich etwas wäre . . . — Oder doch?

Im Buch über Marie Metrailler werden die Wurzeln, der Wind, das Wasser, die Wellen der Träume beschrieben. Nichts, was keine Referenz hätte. — Und sie beschreibt vor allem das Leben einer weisen Frau . . .
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„Wir müssen weiter dagegen kämpfen, dass unsere Mädchen zur Sittsamkeit und nicht wie unsere Jungs zu Selbstbewusstsein erzogen werden, dass unsere Töchter dafür kritisiert werden, dass sie laut ihre Meinung aussprechen und unsere Jungs dafür, eine Träne zu vergießen. Wir müssen die Tendenz bekämpfen, Frauen für ihre Sexualität zu bestrafen und Männer für ihre zu belohnen.“
Referent Barack Obama, 2016
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°„mer“ ist das Schweizerdeutsche Wort für das „man“, das gleichzeitig ein dadurch abgeschwaechtes „wir“. Der Vorschlag, dieses Wort einzudeutschen, ist ernst gemeint.