Peter Haertling im SRF Tagesgespraech

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Link zur Sendung 30 Minuten, 1.2.2017>

Fluchtgeschichten. Schockkaelte gegenueber Menschen, die nichts mehr haben. Bindung und Schutz, Gewalt und Trauma. Hoelderlin, Camus, Cordoba und Granada, — die muslimische Harmonie im gemeinsamen Streben nach Schoenheit . . .
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Meine Schwester wuerde es anders erzaehlen.

Wohltuend, Susanne Brunner und diesem wunderbaren alten Mann zuzuhoeren, der sagt, “ich moechte, dass die Kinder darueber nachdenken, was ihre Eltern anstellen. Vielleicht denken sie ueber diese Generation nach, die sie ersetzen muessen — es koennte sein, — ich wuenschte es mir. — Ersetzen mit anderen Vorstellungen, wie man miteinander umgeht, . . . ” –
Und ich denke, oder weiss vielleicht aus Erfahrung, dass wenn die Eltern die Meinung ihrer Kinder erfragen, viele Probleme auf Anhieb geloest werden koennen — Oder haben sogar jene recht, die sagen, eigentlich gebe es doch gar keine Probleme? — Eigentlich gaebe es vielleicht keine, oder fast keine, wenn . . .

MM2 – On ne guerit jamais de son Enfance

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RadioDifficulture 29. Januar 2017, 21.45 SO21, RadioLoRa 97.5 MHz : Die Reise der Seele
Die zweite Folge aus der Lebensgeschichte von Marie Métrailler:
ReiseDerSeele2 als MP3 hoeren

Direkt vor meiner Sendung laeuft am 29.1.2017 Andrej Popov’s Misstoene “Science Fiction und Schizophrenie” (zu hoeren empfohlen)
Misstoene-Sendungen auf MixCloud

Die erste Folge der Lesungen sendeten wir am 4. Dezember 2016
ReiseDerSeele 1 als MP3 hoeren

“On ne guérit jamais de son enfance!”
Der Klappentext des Buches (1982), das hier vorgelesen wird: “Dieses Buch erzaehlt die ungewoehnliche Lebensgeschichte einer faszinierenden Frau. Marie Métrailler, die aus einfachen Verhaeltnissen stammte, und in einem Walliser Bergdorf als Weberin lebte, hat in ihrem Leben verwirklicht, was viele Menschen heute suchen: eine kreative handwerkliche Taetigkeit, Unabhaengigkeit, Harmonie mit der Natur und eine intuitive Beziehung zum Uebersinnlichem.” — Das Leben dieser Frau beginnt in einem Untervalliser Tal zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Sie wurde 1901 geboren, zwischen 1974 und ihrem Todesjahr 1979 berichtet sie der Journalistin Marie-Magdelaine Brumagne ueber ihr Leben, das sie im Bergdorf Evloène verbrachte, suedlich von Sitten.

Sie erzaehlt aus ihrer Jugendzeit. Es geht um ihren Vater, den Lehrer und Medizinmann, um ihre Revolte gegen den Glauben, von dem ihre Mutter besessen war, um die Diktatorische Strenge des herrschenden Katholizismus, dieser Buerokratenreligiion, wie sie sagt, die jede Spiritualitaet im Keim erstickte, und die Kinder wie Erwachsene in Schuldgefuehle trieb. Marie Métrailler gibt uns den Blick frei auf eine Kultur, die in systematischer Gruendlichkeit mit hypnotischer Arbeit Menschen in Angst und Abhaengigkeit brachte. Dafuer musste den Kindern rechtzeit der Eigene Sinn ausgetrieben werden. — Am haertseten traf es die kreativen und spirituellen Geister.

Wenn wir im Jahr 2017 ueber Kontrolle und Ueberwachung reden, koennen wir uns schwer Vorstellen, dass es ueber lange Zeit in unserem Land ein Regime gab, das mit der einfachen gesellschaftlich-medialen Technik von Angsthypnose und schwarzer Paedagogik die Menschen derart in die Knie zwingen konnte. Mit einem absolutistischen und lebensfeindlichen (Selbst-)Ueberwachungs-, Kasteiungs- und Denunziationsregime, gelang es den Maechten von Krieg & Kirche ueber lange Zeit den Menschenkindern ihre Selbststaendigkeit, ihre Freiheit, ihre Lust und ihre Kreativitaet zu zerstoeren. Aber hoeren Sie lieber Marie Métrailler zu, denn sie erzaehlt auch von ihren Begegnungen mit Feen, von ihrer Beziehung zum Ganzen und zum Heiligen und von der unnoetigen Angst vor dem Tod.

“Eines Tages hoerte ich einen Psychiater sagen: Von seiner Kindheit genese man nicht”
On ne guérit jamais de son Enfance

Medialer Wahnsinn 1 — History beats itself into perfection

Medialer Wahnsinn, ist das morastige Thema, in das ich mich immer tiefer verstricke: Ich fühle mich umzingelt von medialem Wahnsinn (das wuest verunstaltete Papier von 20Minuten macht mir Kopfschmerzen), ich bin wahnsinnig verstrickt in mediale Konstruktionen (meine Bewegungsspur wird auf dutzenden von Servern aufgezeichnet und ausgewertet), und ich kann schwer eruieren, wo das Eigene anfängt und wo es aufhört, — oder ist es selbst der Wahnsinn, dass mer überhaupt Eigenes von „Fremdem“ unterscheidet? — Wo ich doch Teil eines Ganzen bin, das wenig Profit aus seiner Selbstzersplitterung ziehen kann.

Ja Panik — Nevermind
Vielleicht
weil es dich nur als den einen gibt,
hinter dem das Viele liegt,
bist du fürchterlich verängstigt,
aber Thomas — nevermind !
So lang sich deine Situation
in meine Richtung neigt

Vielleicht ist es eine sinnige Domestizierung des Wahns, an die Uebertragung von Gedanken zu glauben, die transportiert werden durch die Codes der Erzaehlformen in der Schrift, in stehenden oder bewegten Bildern. — Oder steht zuallererst: der Wahnsinn, dass ich mich selber von Aussen zu sehen glaube, wenn ich in den Spiegel sehe? — Der Spiegel, die Schrift, das Radio, das Fernsehen, die sozialen Medien, die erstmal alle Gespräche auf einer Piazza über die Zeit hinweg konservieren, was machen sie mit uns?

History beats itself into perfection
Die Gruppe Ja, Panik – Futur II

Mein Zweckoptimismus zwingt mich dazu, zu glauben, dass all diese Technologien ein Segen sind . . . Oder dass es uns gelingt, sie zu einem Segen zu transformieren, wenn sie es noch nicht sind. Jedenfalls war das Radio z.B. nicht nur sehr wichitg fuer den Aufbau des Hitlerregimes, sondern war oder kann ebenso sein: sein Gegengift.

In gemeinsamen Mauern Leben

Genossenschaftssiedlung Sandfoore Maegenwil

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Keine — oder bald nicht mehr nur Phantasie ist das Planungsprojekt von gegen hundert Genossenschaftswohnungen im Aargauischen Maegenwil, an dem ich peripher beteiligt bin. Ueber dieses Projekt möchte ich hier gerne zu einem spaeteren Zeitpunkt ausfuehrlicher berichten.

Aus aktuellem Anlass aber sei auf diese Ausstellung hingewiesen: Der Architekturwettbewerb, den meine Familie gemeinsam mit der Zuercher Genossenschaft Frohes Wohnen durchfuehrte, wurde am vergangenen 4. November 2016 entschieden. Die Ergebnisse: 11 Entwurfsprojekte inklusive dem Siegerprojekt des Zuercher Bueros Oester Pfenninger Partner, Zuerich sind im Konferenzraum der benachbarten Hauswartsfirma “Die Hauswartsprofis” in Maegenwil ausgestellt.

Alte Bahnhofstrasse 7, 5506 Maegenwil, auf die Rampe Richtung links, rechts die Treppe hoch. — Der Jurybericht ist fuer 15 CHF zu haben

Oeffnungszeiten:
Freitag 27. Januar 2017, 14 bis 19 Uhr
Samstag und Sonntag, 14 bis 17 Uhr
Montag und Dienstag, 30.,31.Januar, 14 bis 19 Uhr
Am Samstag 2 bis 5 werde ich in der Ausstellung sein,
Interessierte sind sehr herzlich willkommen!
Tobias Marcos Strebel

Der Plan von ca. 1835 zeigt unten links das Doerfchen Maegenwil und oben rechts die Reusshalde, dessen naechst gelegenes Reussufer. Ein Wunsch waere, dass die Maegenwiler den Birhardern oder den Mellingern dieses Stueck Reusszugang durch eine spielerische Eroberung entreissen wuerden. Wir wuerden den Reusseinstieg fuer Abenteuretourist_innen flott machen . . .

Der Plan von ca. 1835 zeigt unten links das Doerfchen Maegenwil und oben rechts die Reusshalde, dessen naechst gelegenes Reussufer. Ein Wunsch waere, dass die Maegenwiler den Birhardern oder den Mellingern dieses Stueck Reusszugang durch eine spielerische Eroberung entreissen wuerden. Wir wuerden den Reusseinstieg fuer Abenteuertourist_innen ein bisschen herausputzen . . .

MM1 – Die Reise der Seele

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R A D I O _ D I F F I C U L T U R E
ReiseDerSeele 1 als MP3 hoeren
Sonntag 4.Dezember 2016, 21.45
SO21 Radio Lora international, 97.5MHz, http://www.lora.ch

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Die magische Welt der Marie Metrailler — Eine athmosphaerisch meditative Lesung in min. 15 Folgen. Von Tobias Marcos Strebelinsky

Das erste Kapitel aus dem Buch von Marie-Magdeleine Brumagne: “Die Reise der Seele — Die Lebensgeschichte der Marie Metrailler“, Benziger, 1982. (Heute wird das Buch bei Piper verlegt, — wenn ich dafür Werbung machen darf, freue ich mich.)

“Dass meine Grossmutter sehr vertraut mit den Toten umging, daran kann ich mich gut erinnern. Mein Vater ebenfalls. Die sind also mit armen Seelen zusammengetroffen — unterhielten sich mit ihnen. In einem gewissen Sinn ist es gut, dass die Natur ringsum, mich gegen diese für ein Kind doch sehr dumpfe Athmosphaere in Schutz genommen hat.

Meine Grossmutter und auch meine Mutter erzählten mir jene Geschichten von früher, Geistergeschichten meist. Für sie waren wir in ständigem Kontakt mit den jenseitigen Kräften. Ja, zum Glück beschützte mich die Natur, Sie war irgenwie beruhigend. Hier hatte ich Boden unter den Füssen“

Die Frau, die uns in Chiapas, Mexico ein Dorf zeigte, in dem vielfältigte schamanische Praxis geführt wird, erzählte uns auf einer Tour, an der ich 2002 teilnahm: Wenn mer° in Europa von Schamanismus rede, habe mer’s schwer. — Mir kam das damals spanisch vor (in dieser Sprache hat sie auch tatsächlich geredet). — Es waren die Zeiten nach einem grossen Befreiungschub der Tanzkultur in Zürich. Ungefähr im Jahr 97 oder 98 fiel das Tanzverbot, das vermutlich im Mittelalter, zu Zeiten der Täufer eingeführt wurde. Das Internet war noch jung und gab uns damals das Gefühl, ein auf alle Seiten hin offenes und alles verbindendes Medium könne die Welt vielleicht am besten vor Machtmissbraeuchen schützen. — Und der kulturellle Kontext, mit einem doch auch nach 2001 immernoch sehr laizistischen CommonSense, schien mir klar auf der Seite von Interesse und Toleranz zu stehen. Es gab zwar durchaus auch ein Gefühl dafür, dass die Religionen wieder an Bedeutung gewinnen könnten, und neues Unwesen treiben könnten.

13 Jahre später, denke ich: Doch! — Es macht ein Leben nicht einfacher, wenn jeman sich mit den zarten und feinen Stoffen beschäftigt, Einfühlung übt und sich intensiv mit Dingen beschaeftigt, die geheimnisvoll, — vielleicht beängstigend sind. — Aber es passieren — selbst wenn mer als Rationalist und als spirituelles Greenhorn unterwegs ist –, dabei immer auch sehr interessante und merkwürdige Dinge, die selbstverstaendlich ihre Gründe meist eher in den Reflexen haben, als dass da tatsächlich etwas wäre . . . — Oder doch?

Im Buch über Marie Metrailler werden die Wurzeln, der Wind, das Wasser, die Wellen der Träume beschrieben. Nichts, was keine Referenz hätte. — Und sie beschreibt vor allem das Leben einer weisen Frau . . .
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„Wir müssen weiter dagegen kämpfen, dass unsere Mädchen zur Sittsamkeit und nicht wie unsere Jungs zu Selbstbewusstsein erzogen werden, dass unsere Töchter dafür kritisiert werden, dass sie laut ihre Meinung aussprechen und unsere Jungs dafür, eine Träne zu vergießen. Wir müssen die Tendenz bekämpfen, Frauen für ihre Sexualität zu bestrafen und Männer für ihre zu belohnen.“
Referent Barack Obama, 2016
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°„mer“ ist das Schweizerdeutsche Wort für das „man“, das gleichzeitig ein dadurch abgeschwaechtes „wir“. Der Vorschlag, dieses Wort einzudeutschen, ist ernst gemeint.

heute fressen wir den Platzhirsch auf

Eigentlich bin ich an diesen Computer gesessen, um einen Text zu schreiben — im Moment weiss ich schon nicht einmal mehr zu welchem Thema, da ich erst mal mit etwa 40 Kommentaren konfrontiert war, die ich genehmigen oder als Spam markieren sollte, die meisten (und bis auf einen sind alle englisch) meinen, ich sei wirklich ein grossartiger Blogger, da schreibe einer, der wirklich eine Ahnung von dem Zeugs haette — auch zu dem Kommentar, den Word Press praktisch als Blindtext in seinem Tool drin hat habe ich begeisterte Komplimente erhalten — immer mit einem Link im Absender, der dann zu irgendwelchen mittelpraechtigen Seiten zeigt, ich kann sie gar nicht alle checken — schreibt bitte Deutsch oder Spanisch oder Chinesisch, sorry fuer meine fremdsprachigen Freunde — das meiste hier ist mal in deutsch — und ich geh mal davon aus, dass das hier wirklich eine Kiste ist, in die vielleicht in fuenfzig Jahren mal einer reinschaut . . .

Nun ja, ich wollte schreiben, dass in der menschlichen Kultur der Anfange vermutlich ein grosser Schritt war — vielleicht in gesellschaftlichen Gruppen, wie sie zum Beispiel bei der Einfuehrung des Feuers existierten, die in ihrem Groessenwahn (der am besten im Film “Der rechte Weg” von Fischli-Weiss dargestellt ist) sich daran ergoetzten, ihre etwas benachteiligten Nachbarn zu toeten, zu braten und aufzufressen — vermutliche eine lange Phase der menschlich-kulturellen Profilierung, die irgendwann nach moralischen Werten gerufen haette, die dann endlich das Totem des Tabus des Kannibalismus errichtet haetten.

Im Moment, wo der wirkliche Kannibalismus (die eigenen Artgenossen aufzufressen) verboten wird, sind wahrscheinlich schon alle minderen Bruederchen und Schwesterchen auf dem Teller gelandet — zumindest koennte man sich das so vorstellen, wenn man fuer einen kurzen Moment ein duesteres Bild vom tierisch-menschlichen Grundcharakter malen moechte . . .

Save The Punk Secret

Habe heute eine sehr hoerenswerte Dokumentation ueber die Rohstoffboersen und ihre Zulieferer gesehen — gehalten vom Bruder eines meiner Mitarbeiter. Die Betreiber der Finanzmärkte haben sich vor dem partiellen Zerplatzen derselben in die besser in der Materie verankerten Rohstoffmaerkte geflohen, wo sie immernoch dasselbe tun wie zuvor, aber durch ihre direktere Verankerung im Diesseits sind sie auch besser sichtbar als zuvor — zumindest durch diesen Artikel — obwohl sie sich, wie Richard Kreysler sehr eindrucklich zeigt, auch immernoch um groesstmoegliche Intransparenz bemühen.

Hier ist der Straem zu finden (sorry, man muss das einfach kopieren und als url einfügen):

http://gffstream-9.vo.llnwd.net/c1/m/1359892497/radio/dok5_feature/wdr5_dok_5_das_feature_20130203_1200.mp3

Hier die Infos zur Sendung des WDR:

http://www.wdr5.de/nachhoeren/dok-5-das-feature.html

“Save The Punk Secret” — “Rettet das Punkgeheimnis” meint, dem Bankgeheimnis gegenueber die geheimnisvollen Seiten jedes einzenen institutionell gleichzustellen, bzw. meinetwegen auch besser zu schützen als die Peinlichkeiten, die durch unsere Finanzinstitute indirekt Veruebt wurden und werden — so sieht zumindest gerade jetzt die Erklaerung aus, morgen vielleicht anders. Es ist nicht geheim, dasss ich diesen Artikel geschrieben habe, aber es ist geheim, welchen ich morgen schreiben werde, ich habe noch keine Ahnung, aber ich hoffe nicht, dass mich jemand daran hindert

“The World is a Vampire” Zit Smashing Pumpkins (zit. Saskia)

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Die chemischen Prozessoren, die uns in mittelnaher Zukunft ereilen werden, werden nicht mehr so heiss werden, wie die elektrischen, die praktisch mit barem Feuer betrieben werden. Auch in den chemischen werden Ströme fliessen, aber diese koennen sehr viel feiner sein — eher Lichtströme als Elektronenströme. Wenn wir sie mit unserem Gehirn vergleichen, von dem ich selbstverstaendlich weiss, dass es lichterfuellt ist — es ist fuer mich offensichtlich, dass es in meinem Inneren hell ist, in bestimmten Momenten brenne ich stärker, in anderen auf Sparflamme, manchmal werden Filme auf die Innenseite meiner Schaedeldecke oder in meine Augäpfel projiziert. Manchmal brennt mein Bauch, der das ältere Gehirn in meinem Koerper ist. (Dass dieser Prognosefaehigkeiten hat, wurde an anderer Stelle schon beschrieben, und kann man sich leicht auch selber ausdenken).

Also auch der bionische Computer wird vielleicht heiss, unser Computer wird sich dann einen kuehlen Kopf erhalten muessen. Vielleicht muessen wir ihm zu trinken geben und er scheidet eine Art Pipi, verbrauchtes Wasser aus. Wenn wir (auch bei ihm) jeweils ein kleines Schlückchen Pipi — eher kosten als trinken, haben wir auch sein Biofeedback integriert und wir vereinen uns mit ihm zum perfekten Cyborg . . . Worauf wir uns freuen können

Der Angriff der Erinnerung auf die momentane Glueckseligkeit

In den Letzten Tagen ist mir in Diskussionen zu Paartherapie und zur Grenze zwischen Natur- und anderer Religion zwei mal das Problem des Angriffs eines erinnerten Jenseits auf die Wahrnehmung der Gegenwart begegnet

In der Paartheorie ging es darum, in einer Beziehung zu einem anderen Lebewesen gegewaertig zu bleiben, dem anderen immer die Unberechenbarkeit und Unbekanntheit zu lassen, die jede und jeder auch gegenueber der Wahrnehmung der eigenen Person kennt. Das heisst immer wieder neu den Zusammenhalt mit dem anderen im Jetzt zu erschaffen. Eher sein Verlust koennte sich von selbst einstellen, als dass sein Erhalt selbstverstaendlich wäre

Bei der Religion war es eigentlich die Frage nach der Grenze, wo ueberhaupt etwas schon ein bisschen verschoben, verwirrt, entangled, aus dem Lot gebracht ist, so dass ein re-ligieren (rueckverankern) ueberhaupt erst zum Beduerfnis wird, weil die Welt zu kompliziert geworden wäre, und man sich nicht einfach wieder in Ruhe den Aufgaben des Alltags wuerde widmen können

. . . ohne in Gedanken versunken irgendwo hängen zu bleiben — durch Gegenewart gewordene Erinnerung in Diskurse um jenseitige Fragen verstrickt. Jenseitig heisst nichts als “nicht da”, zeitlich, räumlich nicht aus dem Hier-und-Jetzt kommend

Das Medium, mit dem wir wie mit einer Zeitmaschine in andere Realitäten surfen können, ist die Sprache, die in ihrer Entwicklung (Damals als new-medium) schon so weit gekommen ist, dass sich in ihr lebhafte Geschichten ausstaffiert mit realistischen Details so erzaehlen lassen, dass die werte Zuhoereschaft zeitweise vergisst, wo sie sich in Realität gerade befindet

Alles klar.

Und die Naturreligion waere dabei nur der Vorzustand der Religion, die sich noch nicht so weit selbst erkannt hat, und auch noch nicht so weit entwickelt hat, dass sie mittels klaren Ersatzantworten und mehr oder minder strengen Regeln das normale Leben in einer groesseren Gemeinschaft unter eine Art geistige Fuehreschaft stellt. Locker definierte Rituale bis zu jenen die durch kanonische Strenge gefasst sind, zeichnen in Gradationen auf, wo wir uns gerade befinden.