RadioDifficulture 20200712 — Wunderkammer Glattpark und Kunstdreieck Festival


RadioDifficulture — WUNDERKAMMER GLATTPARK // KUNSTDREIECK FESTIVAL
Radiosendung vom 12. Juli 2020
Radio LoRa, 97.5 MHz — SO21, 21.45 Uhr

„RadioDifficulture 20200712 — Wunderkammer Glattpark und Kunstdreieck Festival“ (45 min) als mp3 hoeren:



Die Wunderkammer Glattpark und das Kunstdreieck Festival

Ein Musikkultur- und Stadtentwicklungsprojekt
more Info: https://wunderkammer-glattpark.ch/

Vesna Tomse hat im Juni 2016 mit ihrem Konzept der Wunderkammer einen Gebrauchsleihvertrag von der Stadt Zuerich fuer das Areal neben der Tramhaltestelle Glattpark bekommen. Die Staedtische Liegenschaftenverwaltung meinte damals, sie haetten ein Grundstueck »am Ende der Welt» zu vergeben. — Dass aber die Welt nicht an der Stadtgrenze endet, wird hier eindruecklich sichtbar. Das Grundstück der Stadt auf Opfiker Boden wurde inzwischen zu einem Ort, der in seiner Vielfalt ein echtes Integrationsprojekt geworden ist, das dem Anschein nach von den Managern der staedtischen Raumbörse aber auch durchaus noch ein bisschen liebevoller und unterstuetzender »gepflegt» werden dürfte. Tomse bespielt ihren Space mit einem avantgardistischen, manchmal sperrigen, immer kreativen Programm – experimenteller Musik, Clubnächten, Filmen, Literatur, Kunst im Aussenraum, Street Art.

Neben der Wunderkammer haben sich die Biker eingerichtet, die früher auf der Kronenwiese ihren Park hatten. Sie pflegen den aus lehmigem Mutterboden ohne Beton selbst gebauten »Bikerpark», pflegen die Gräben, in denen sich das Regenwasser sammelt, und sich Frösche ansiedeln konnten.

Mit Hilfe einer Integrationsstiftung richtete die leidenschaftliche Stadtsoziologin in den acht Containern ihren kleinen und feinen Veranstaltungsort ein. Später folgten der Birkengarten, die Aussenbühne und Aussenbar, ein Werkzeugcontainer und der Pizzaofen, den sie mit Schülern aus Auzelg baute. Tomse organisierte schon bald den ersten Event: »Kunst am Bau oder Streetart an der Kompotoi — Kunst und Wissenschaft im Zeichen der Komposttoilette» im November 2016

Direkt neben dem Bikerpark, auf einem ehemaligen Gaertnereigelaende mit hohen Bäumen wurde der Zauberwald angelegt, ein vom Landschaftsarchitekten Andy Gantenbein gestalteter wilder Park. Darin integriert sind von der Gärtnerei »geerbte» Kulturpflanzen – falscher Lorbeer, panaschierte Bäume, Sommerflieder, Nussbaum, Buchs – die mit den wilden Rosen, Silberweiden, Binsen und Kanonenputzer zusammenleben. Kaum war der Kiesweg durch den Zauberwald gebaut, schwebte auch schon ein solarbetriebener Geist über dem Wasser der Retentionsflächen.

Der »ungeschliffene Diamant»: — Alle Badener, die den Stadtpavillon der Badenfahrt 2017 vom Bahnhofplatz her kennen, koennen hier dessen schöne Holzkonstruktion wiederfinden. Er wurde hierhergebracht und aufgerichtet. Seither wartet er auf Ausbau und Nutzung. Das Tannenholz erträgt die Witterung, das Projekt hat Zeit, aber die Visionen drängen auf Realisation.

Der Armas, der Wilde Garten — ist ein Oase in der sauberen Stadt, ein HotSpot — und fuer viele auch ein Triggerpoint der Stadtentwicklung. Auf der anderen Seite der Glattparkstrasse, auf Stadtzuercher Boden entstanden und entstehen in der Umgebung zwischen dem Recyclinghof Hagenholz, dem Headquarter von Schweizer Radio und Fernsehen an der Fernsehstrasse 1-4 und dem Oerlikerhus an der Thurgauer einige sowohl neue sehr hochpreisige Wohnbauten als auch mit »Mehr als Wohnen» die forschrittlichsten Genossenschaftsprojekte der Stadt; ein Asylzentrum der Basislagerarchitekten in Situ, der neue noch etwas sterile Leutschbachpark, der vielleicht noch zu sehr den Renderings der Urbanist_innen gleicht, die architektonisch international vielbeachtete Schule Leutschenbach — und so weiter.

Es lohnt sich auch schon nur deswegen, das Leutschenbacher Dreieck zwischen Hagenholz-, Glattpark- und Thurgauerstrasse etwas genauer anzuschauen, weil es in zehn Jahren nochmal ganz anders aussehen wird.


Programmhinweise:
Kunstdreieck Festival (zwischen Glattpark, Hagenholz und Thrugauerstrasse)
10 bis 20.September
07.-17. Mai – das Kunstdreieck Festival 2020!

DayDance in und um die Wunderkammer
25.7. und 29.9.


Vesna Tomses’s Musikliste
von in der Wunderkammer aufgetretenen oder demnaechst auftretenden Kuenstler_innen:

MAG ( Götheborg, in der WuKa: Februar 2019 )
In der Sendung gespielt: The Monster

Petra Ronner & Annette Schmucki )
( In der Sendung gespielt: Feature Harmas

Fresco / Soult ( Zürich, Kunstdreieck Mai 2019 )
In der Sendung gespielt: »Imitatiencies» und »KSH08–VA–Sonic Path To Agitation . Side A»

Amrat Hussein Brothers ( Nordindische Sufi Musik, Kunstdreieck Mai 2019 )
In der Sendung gespielt

Chinabot ( Thailand, Laos and Kambodscha, Lafidki (Kambodscha) und Pisitakun (Thailand), in der WuKa: Oktober 2018 )
In der Sendung gespielt: King Rambo Sound – Metallic Treatment

Simona Scrout ( Zuerich, in der WuKa: November 2019 )
In der Sendung gespielt: Die Lieben

a_r_c_c ( Frankreich, in der WuKa: Juni 2019 )
In der Sendung gespielt

Félicie Bazélaire ( in der WuKa: Maerz 2017)
In der Sendung gespielt: Cancer Des Tropiques

Joe Million x indramenus ( Malaysia / Indonesien, in der WuKa: November 2019)
In der Sendung gespielt: Amin

Riccardo la Foresta

Scardiac ( Italien, in der WuKa: November 2019 )

Asic ( Zuerich, in der WuKa: November 2019 )

Omega Attractor ( Winterthur, in der WuKa: November 2019 )

Komika ( Zuerich, in der WuKa: November 2019 )

Raeppen ( USA, in der WuKa: Oktober 2019 )

Swampflower ( Zürich, in der WuKa: Oktober 2019 )

Schöni Frau ( Zuerich, in der WuKa: Oktober 2019 )

Feyz ( Zürich/Istanbul, in der WuKa: August 2019 )

Thiula ( Peru / Schweiz, in der WuKa: Juni 2019 )

Corps ( Moskau, Kunstdreieck Mai 2019 )

Phyton vs. Cobra ( Frankreich / Belgien, Kunstdreieck Mai 2019 )

Deaf at Sea ( USA, in der WuKa: März 2019 )

Sleet walls ( Edinburgh, in der WuKa: März 2019 )

Divorce Ring ( New Orleans, in der WuKa: März 2019 )

RadioDifficulture 20200517 — Brennessel Lichtreflex Lockdown Knockout

„>

RadioDifficulture
Radiosendung vom 17. Mai 2020
Radio LoRa, 97.5 MHz — SO21, 21.45 Uhr

„RadioDifficulture 20200517 — Brennessel Lichtreflex Lockdown Knockout“ (45 min) als mp3 hoeren:


Eine Audiopoetische Collage mit Songs, Musik und Gedanken aus dem Lock Down.
(Mit Dank an Tamara fuer die Musik, Andro fuers Battaille-Zitat, Iva fuer den Wellensittich, und allen anderen, die hier ihre Spuren hinterlassen habenn . . .)

Wir haben ein Waldbad genommen auf dem Rücken des Wagenrains zwischen Besenbueren und Wohlen — mit dem Ziel Erdmannlistein. — Und das war schon gegen Ende der synchronisierenden Pause, die durch CORONA im Fruehjahr 2020 über uns gekommen ist, — Verluste sind zu beklagen . . .


Woher sollen wir unsere Inspiration und Kreativität nehmen, wenn nicht aus den finsteren Abgründen unserer angekratzten Seelen? Aus den sonnigen Seiten vielleicht, dem Blattgrün, das in jedem Menschen steckt; — aber noch mehr im Kontrast dazu: aus dem Abgrund des Nichts, das ebenfalls in jedem Menschen steckt.

Das Blattgruen hat es uns lediglich ermöglicht, der erschreckend unendlichen Weite des Nichts eine Antithese gegenüberzustellen. Die gesamte Materialitaet ist nichts als ein kleiner Tropfen auf den heissen Stein der unendlichen Nichtigkeit, die die Welt ist — nicht ist — ist — nicht ist — ist — nicht ist — ist. (((Überall passieren Dummheiten — gut, wenn sie nicht als Weisheit getarnt werden sollen, dann waeren sie noch dümmer geworden, als sie schon sind)))

RadioDifficulture 20200322 — What the Hell is Creativity / Was zum Teufel ist Kreativitaet?

((YOU CANNOT NOT CHANGE THE WORLD !))

RadioDifficulture
Radiosendung vom 22. Maerz 2020
Radio LoRa, 97.5 MHz — SO21, 21.45 Uhr

„RadioDifficulture 20200322 — What the Hell is Creativity / Was zum Teufel ist Kreativitaet?“ (45 min) als mp3 hoeren:

What The Hell is Creativity — Was zum Teufel ist Kreativitaet
Als Video-Tableau-Vivant, 30 min
:


Kinder sind die Protagonisten der Kreativitaet. Im Flow der Aufmerksamkeit, sind sie faehig, das was sie zuerst hervorbringen sogleich als lebendiges Gegenueber zu sehen. Damit haben sie den Schluessel, mit dem sie die Welt beliebig und schnell wirksam modulieren koennen. Bis ihnen ihre Visionen ausgetrieben werden und sie der Realitaetssinn eines besseren belehrt . . .

Kreativ zu sein, passt zu jedem Charakter, der sich in einem offenen Kreis manifestiert, oder sich in der Materie mit dem Hinterlassen von Spuren beschaeftigt. — »Kreativ» bin ich vor dem Schminkspiegel, beim Schuhe kaufen, im Management-Workshop, bei der Zusammenstellung meiner Garderobe, oder in der Wahl meiner Argumente, und natuerlich — vielleicht am wichtigsten: beim Kochen und beim Sex. Auf SnapChat habe ich die Moeglichkeit, meinem Konterfei Hasenohren oder Vampirzaehne zu verpassen. Doch die Kreativitaet, die voraussetzt, dass ich mir zuerst ein Equipment erwerbe, ist nicht ganz dieselbe wie jene, die mir durch mein visionaeres Potenzial eroeffnet wird.

Ist Kreativitaet eine Grundkonstatnte, die jedem Menschen eigen ist? Ist sie eine andere Bezeichnung fuer die Gewitztheit des Denkens und Sehens, zu dem jeder Mensch faehig ist? — Oder andersrum gefragt: ist es die Angst, die mich daran hindert, kreativ zu sein, oder der Umstand, dass Regale bereits uebervoll mit Produkten sind, die wir vielleicht erfinden muessten, wenn es sie noch nicht gaebe. — »Angst essen Seele auf», heisst ein Film von Rainer Werner Fassbinder, und Angst ist sicher etwas, was die Kreativitaet einschuechtert, aber will ich mir an der Frage, was die Seele ist, die Zunge verbrennen?

Wenn die Phantasie sturmlaeuft, koennen wir unsere Geschichten am besten im Rudel ueber weite Felder durch dramatische Schluchten galoppieren lassen. Was noch nicht existiert, in die Realitaet zerren — wenn auch »nur» im Traum. — Kreativitaet muss eine transzendente Disziplin sein: ich transformiere Inexistentes in die Existenz. Und dann kommt vielleicht einer, der mir meine Luftschloesser wieder zunichte macht.

Kreaturen — Kreatoren — Kreativ ist Gott, der grosse Vorkursschueler, der uns aus Lehm geformt hat und im kindlich-goettlichen Spiel aus versehen die Welt in sieben Tagen erschaffen hat. Kreativ ist auch Moses der Fallensteller, der durch seine List die Menschen glauben machen konnte, einen direkteren Draht zum allmaechtig-unheimlichen Geist jenseits der Materie zu haben. — Im Schatten des glaenzenden Werkes lauert immer der drohende Zerfall.

Und kreativ ist jedes Kind, — aber offenbar nur jedes Kind der Spiel-, Tanz- oder Fragetiere. Scheinbar sind es aber nicht die Tiere, die weder Haende, noch Werkzeuge, noch Musikinstrumente haben. — Es tut mir leid, liebe Fische, Froesche oder Vogelkinder. — Zum Besipiel die Ameisen: Sie gelten als nicht besonders kreative Einzelwesen. Aber mit ihren Schwarm-Staatswesen haben sie doch grossartiges hervorgebracht. Wer kann also noch reinen Gewissens behaupten, Ameisen seien nicht kreativ? Und auch ihre nahe verwandten Bienen- und Wespenarten waren wohl an der Kreation der Blumen und Pflanzen massgeblich beteiligt. Die Weibchen der Voegel, die mit ihrem stilsicheren selektiven Farbe- und Formempfinden die schoensten Maennchen der Tierwelt hevorgebracht haben, koennten als kreative Heldinnen der Evolution gelten. Weil die Maennchen weniger distinguiert auswaehlen, haben sie die Potenziale des Selktionsdesigns gar nicht erst entdeckt, dafuer singen die Saenger unter ihnen Lieder — jeder sein eigenes — wiederum um die style-bewussten Weibchen zu beeindrucken.

Allerdings sind es bei den Tieren eigentlich nie die genialen Einzelwesen, die die herausragenden Werke schaffen. — Nein, die Tiere arbeiten eher im Team! — Noch schwieriger ist es, den kreativen Willen bei den Pflanzen zu entdecken, die sich nicht durch die Zusammenarbeit mit den Insekten entwickeln konnten. Wer war denn da kreativ? Ich verbiete mir, dahinter ein menschenaehnliches Wesen zu vermuten — so »spezie-zentrisch» bin ich nicht! — Aber es ist vielleicht das Gemisch aus Licht, Wasser, Sauer- und Kohlenstoff, Schwefel, Fosfor und bewegender Waerme, Nukleinsaeuren und Eiweisshuellen, das in seiner Eigendynamik selber kreativ werden kann? Bauen sich die Formen und Funktionen der pflanzlichen, pilzlichen und schliesslich tierischen Koerper auf den kristallinen Strukturen der Atome und Molekularverbindungen und aus den Phantasien viraler Prozesse auf? — Allerdings waere die Intelligenz, die dazu noetig waere eher die einer Wolke als die eines Gehirns. Aber sind Gehirne vielleicht selber Wolken? — Wie soll das Woelkchen meines eigenen Gehirnes es wissen?

Verwendet wurde ein Ausschnitt aus dem oeffentlichen Video »John Frusciante — On the origin of creativity»:

Das gesamte »John Frusciante Interview on Creativity & Inspiration»:

Narcisstic hierarchism goes to school of self-reflection ?

GET MANAGED — wie schaedlich ist Management? // wie schaedlich muss Management sein? — oder: Ist der Erniedrigungs-Style inzwischen Konsens in den oeffentlichen Verwaltungen?
(FB-Post, 20200311 to discuss z.B. auf Facebook/Strebelinsky)


Das »Management» (ich benutze dieses Wort als Synonym fuer »die Regierung») sagt mir, ob ich an Veranstaltungen gehen darf, in die Schule, wohin ich mich bewegen darf und wohin nicht, wie ich die Haende waschen soll und wie oft ich das pro Tag tun soll. — Ein Erziehungsschub in Hygienemassnahmen, der willkommenerweise auch manchen Eltern bei der Erziehungarbeit ein bisschen Rueckenwind gibt. Endlich ein guter und einleuchtender Grund, regelmaessiges Haendewaschens durchzupauken. Eine Nachbarin hat mir geklagt hat, das Desinfektionsmittel mache ihre Haende krank und blau. — Ich sah zwei Haende, die wohl bald bleibende Schaeden davongetragen haetten, wenn sie nicht mit ihrem uebetriebenen Reinlichkeitswahn aufgehoert haette. Ja, — wer die Anweiseung der Regierung allzu zu eifrig befolgt und den Eigensinn ausschaltet, tut unter Umstaenden Unverantwortliches! (Errgaenzung 20200725)

So kann uns die (mediale) CoronaKrise durchaus weiterbringen. Aber insgesamt ein Narrativ, das einem Grippevirusschwarm gleicht, der ausnahmsweise von einem Schwarm von Kameras und Fernsehteams begleitet wird, und damit »die Erregung schneller gemacht hat als der Erreger es alleine waere . . .» — (so koennte mer ja wenigstens hoffen. Nachtrag 20200313)

Die grauen Maennchen des Managements setzen sich dabei aber unglaublich in Szene, praesentieren ihre Macht und Wirkung und geniessen es, mit den Regeln des Ausnahmezustandes operieren zu duerfen. Die einen bleiben vernueftig, die anderen verdoppeln gleich ihre Amtszeit. — Kann danach die Selbstbestimmung der Gesellschaft wieder zurueckkehren? — Oder bringt es die »Verfechter der Uniform» um einen fatalen Schritt weiter gegen alle Nonkonformist_innen? — Kollektive Austreibung der Kreativitaet zugunsten der Angstwirtschaft (als mein persoenliches Angst- und Panik-Szenario — hoeffentlich loest es sich im Gelaechter selber auf!)

Das war aber praktisch erst der etwas zu lang geratene Lead
Difficulture : Video-Tableau-Vivant (8 min)

PUER LOVE — TEMAWORK vs. »The CULT of HIERARCHY» — ueber die Kundgebung fuer bessere Care-Politik,
Lutherwiese, Zuerich, 20200308
>> https://trotzphase.ch/campa/trotzphase/


Im Radiopicture-Beitrag »Trotzphase.ch — Pure Love, das bessere Lebenselixier» ueber die Oekonomisierung / Nutzung »der Liebe» erscheint »Management» als machoide Instanz, die blufft und prahlt. Die Liebe der Pflegerinnen und Pfleger zu ihrer Arbeit und zu ihrer Klientel wird dabei eher erniedrigt als bestaetigt. Und dabei geht wichtiges Geld, das fuer die Unterstuetzung der Pflege bestimmt waere, in den Gehaeltern der Ranghoeheren oderr zu nichts nuetzlichen Gockeleien verloren (sofern diese Maenner und Frauen das wirklich so schlecht machen — ungerechtfertigte Verallgemeinerungen und Uebertreibungen vorbehalten !). — Die Rednerin fordert fast etwas zu kaempferisch: »den Abzug der Managements aus dem Care-Bereich» — so schlecht sind fuer sie offenbar die Erfahrungen an den entsprechenden Kampffronten. Und ich kann ihrer Wut nachfuehlen . . .

Auf mich gab die Kundgebung auf der Lutherwiese den Eindruck, meine verstorbene Schwester sei zu Besuch. Sie arbeitete in Baden und Zuerich in Kinderhorten und setzte sich fuer die Einfuehrung der ersten Badener Tagesschule ein, — und sie verlor in den zermuerbenden Kaemfen dabei nie die Liebe zu den Kids, die sie betreute (aber am Ende dann doch ihr Leben durch den Krebs)

Als Kinderbetreuerin ernst genommen zu werden? — In den erlauchten Kreisen der Managements kannste das natuerlich vergessen !


Und aehliches bezueglich Management koennte ich ueber die Kunsthochschule sagen, an der ich gerade noch arbeite. Hier zeigt sich immer wieder, dass das Management nur wenig Sympathie empfindet fuer die bunte Gesellschaft, die es administriert und »steuern» will — zumindest nur fuer einen sehr kleinen Teil des bunten Haufens. — Vor allem die kritisch-kreativen Geister, die eigensinnigen und widerborstigen Stimmen haben es schwer. Dialoge werden eingedaemmt, Konflikte in Prozesse gezwaengt, denen kaum eine Chance auf Entwicklung bleibt.

Dabei waeren die queeren Stimmen als Navigationshilfen fuer ein kluges Management besonders wichtig. Aber diese zu integrieren hiesse eben, vom Hierarchismus zur Teamwork zu transgredieren, vom IQ-Kult zum EQ, der den IQ besser und eleganter integriert als der widerspruchsfreie IQ den EQ. — Und dass ein Klima der Angst das schlimmste Gift fuer die Kreativitaet ist, die sowohl in der Kunst wie in der Pflege doch am meisten gefoerdert werden sollte, geht vergessen.

Aber ploetzlich faellt es wie Schuppen von den Augen, dass das »Schaffen» besser und produktiver ist, wenn in froehlicher Teamarbeit — offenenen Herzens / im Groove! — gearbeitet werden kann, als im Klima der aegstlichen Vorsicht und der sektiererischen Bevorteilung des blinden Gehorsams. Ich habe jetzt ja hoffentlich/oeffentlich ein bisschen allzu Schwarz & Weiss gemalt. Im Sinn der Kritik aus Liebe macht das aber durchaus Sinn. — Und ein offener Diskurs waere der Weg, aus dem Konflikt heraus ins Lernen zu kommen. — Ich denke: so praktisch, nuetzlich und wendig-liebevoll sollten doch die (wenn auch dann sehr verschlankten) Managements schon irgendwann doch noch werden koennen — Vielleicht nach ueberstandenen Krisen . . .

»Pure love» and Teamwork — stronger than the Cults of Hierarchy !

Why does love still support the cult of narcisstic hierarchism?

RadioDifficulture 20191208 — TOJOKE — PilzUndSchneck

Sendung vom 8. Dezember 2019 (ausgestrahlt ueber RadioLoRa SO21, 21.45 Uhr)
Hier in der Version als Vidoegrafisches-Tableau-Vivant

T O J O K E — Ueber Teamwork in Pilzgesellschaften — Life is just a Crazy Joke

Ein radiophones und videografisches »Tableau Vivant» // Stimmungsbild in Variationen ueber den Film »Joker» by Todd Phillips, 2019

Sie erfahren etwas ueber moegliche Gedanken der Tiere, und warum es eigentlich am ehesten die Schnecken gewesen sein koennten, die bereits das Trauma erlebten, das spaeter mit dem Therapieversuch der Religionskonstruktionen haette geheilt werden sollen, aber — wie immer wurde dadurch alles nur noch schlimmer — oder wenigstens komplizierter . . .

Dem Tableau Vivant liegt ein Ausschnitt der Tonspur des Fims »Joker» zugrunde. Tableau Vivant ist ein Bildformat, das nicht an den Kinosessel fesselt sondern nebenher wie Musieque d’Ammeublement geschaut oder eben nur gehoert werden kann


Thanks to Anonymous in the Train, Carlotta, Tamara, Sersha, Epa, Lorenzo, Todd, Arthur, Paco, Marc, David, Lisa, Iva, Koko, Jens, Raffi, Edith & Ruth for special and specific support

RadioDifficulture 20191013 — Narciss&Echo — You’re not one of us!


Bild:

Sendung vom 13. Oktober 2019

„Narciss&Echo_YouReNotOneOfUs“ als mp3 hoeren:

Narziss & Echo, you’re not one of us!
Kritik und Selbstreflex

1. Kritik aus Liebe

Auf eine kleine aber laeuternde Klage ueber fehlende Kritikkultur und daraus resultierende Ausschlussmechanismen folgt das Postulat, eine Erziehungskultur zu leben, in der alle alle erziehen duerfen. — Eigentlich ist das Pflicht fuer eine Kultur, die ernsthaft auf life-long-learning setzt, — Kritik anzunehmen, ist fuer keinen einfach. — Aber nur fuer eine Sekte waere das ein Grund, die Querdenker wegzuschieben und zu schwarzen Schafen zu machen — ich sehe solche Tragoedien noch und noch, und versuche sie z.B. hier zu thematisieren

Kritik aus Liebe — oder »it’s best friends, you are fighting the most»

2. Narziss und Eccho
(Ab Min.10) — Lesung eines Kapitels der Kulturpublizistik-Masterarbeit »Geister und Medien» von Tobias Markus Strebel

Im zweiten Teil geht es eher um das sich selbst wahrnehmende, aber auch um das selbstvergessene Ego, das sich in den Mechanismen dessen verfaengt, was wir als »Narzissmus» bezeichnen, und was sicherlich mit dem Ausblenden von Anteilen der Realitaet zu tun hat. Im Motiv von »Narziss und Echo» (Ovids Metamorphosen) liegt viel mediale Mechanik: Der Mensch sieht sich im Spiegel oder in der Wasseroberflaeche erstmals von aussen — so wie er oder sie auch die anderen Menschen sieht. Die Vergleichbarkeit des Eigenen und des Fremden wird durch den Spiegel revolutioniert, und die Verstrickungen in entrueckten Idealen, die als Folie ueber das unerreichbare, ja daemonische Ebenbild des Eigenen gelegt werden, nehmen das menschliche Denken fuer Jahrhunderte in Geiselhaft. Befreiung waeere angesagt . . .

Change has to go in small steps — à la mode de Sisyphos

In der Sendung werden gespielt:

Peter Gabriel, Not One Of Us
Lou Reed, Take A Walk On The Wild Side
J.J. Cale, Travelling Lights
und gesungen wird: Billy Joel, I Love You Just The Way You Are

Geister & Medien — ZHdK-Masterprojekt

GROOVE & ENTROPIE, 1. Zyklus: GEISTER & MEDIEN

Hier wird die Video-Masterarbeit »Geister und Medien» von Tobias Markus Strebel veroeffentlicht. Die Online-Premiere ist am 6. Juni 2019, dem Termin der Diplomausstellung der Zuercher Hochschule der Kuenste, (Kulturpublizistik: Ort: Curateria, Raum 5.K04, Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 96, Zuerich 5)
»Geister und Medien» ist eine visuell-soundpoetische Arbeit, in der in einer Art »Meditation» ueber die Medialitaet des Menschen nachgedacht wird. Das »Radio-Picture» besteht aus sechs Videostuecken à 15 Minuten, die den ersten Zyklus der Reihe »Groove & Entropie» vollziehen

Wer den difficulture-Newsletter abonnieren moechte (der jaehrlich etwa 2-4 mal versendet wird), darf das hier tun

Praesentation der Gesamtserie:

Links nach Kapiteln, mit »Abstracts»:


Kapitel 0, (Vorspeise) — »GEISTER UND MEDIEN»
(published: 20190609)

00 — Geister und Medien

Das Feld der Aspekte wird aufgespannt. — Was bringt das Postulat, dass sich »das Gegenwartsmensch» ein bisschen mehr »fragende Klarheit» verschaffen soll ueber die Begriffe der Gei-
ster und der Medien? Was bringt es, oder was ist das Revolutionaere daran, ueber die eigene Medialitaet nachzudenken? Die Frage veranlasst den Versuch, Offensichtliches zu sichten und dort neu zu visualisieren, wo es trotz seiner ganzen Offensichtlichkeit durch Tarnungen in Verborgenheit gesunken oder in Vergessenheit geraten ist. — Geister koennten als »die reine Ereignishaftigkeit» gedacht werden — nicht Materie sondern Prozess. Und wir Menschentiere haben ein Gefuehl dafuer, weil wir selber Hybridwesen sind: halb Materie und halb Ereignis. Die Radiovernetzungs- und Uebersichtsplattform »radio.garden» setzt unser huebsches blaurundes »Global Village» in ein positives »Licht». — Boris Groys sagt, dass wir in einer Medienwelt leben, die uns Botschaften vermittelt, die hinter der medialen Oberflaeche verborgen bleiben — claro! Jacques Derrida behauptet (in Ken Mc Mullens Film Ghost Dance, 1984), die Zukunft gehoere den Geistern. Das Kino sei eine Kunst, die das Wiederkehren der Geister ermoegliche, und miteinander kombiniert ergaeben Psychoanalyse und Kino eine »Science des Phantomes». Gemaess Friedrich Kittler verschaltet sich die Natur in den vernetzten Computern mit sich selbst, waehrend die Interessen der Menschen doch eher marginal bleiben. — Der Hegel’sche »grosse Geist» habe sich in der Informatik mit auf Mathematik eingelassen, und die gute alte menschenbetriebene Philosophie stehe neben dieser Tatsache wie ein »Gehoernter».


Kapitel 1 »Resonanz und Beschwoerung» 15 min
Kapitel 2 »Koerper/Medium» 15 min
(published: 20190603)

01 — Resonanz und Beschwoerung
Ich wandle im Keller des ZHdK-Toniareals hin und her, hoere Stimmen und rufe stumm »die Geister» an. Die Stimme von Derrida redet ueber Glauben, Zweifel und den Atheismus der »True-Believers», jene von Groys erzaehlt etwas ueber Gespenster. Zwischendurch taucht die Frage auf: »What is the difference between a cult and a perversion?» die Antwort ist: »I don’t know what the difference is, but I know: they’ve got same feeling in some strange way!»— dann dringt Susann Walders Stimme aus dem Jenseits in unsere Ohren: »I just call to say I love you».

02 — Koerper / Medium
Die Kaskade von Medienrevolutionen, die unsere paar Generationen erleben durften oder mussten, werden anfangs so fluechtig wie kryptisch angesprochen. Dieter Mersch gibt mir eine Auskunft ueber eine Verschraenkung von technischem Geraet und Magie und von Edmund Husserl stammt ein Text ueber die Verschraenkung des Fuehlens und des Wissens. — Danach kehren einige koerperlose Stimmen durch die fluid-ereignisshafte Koerperlichkeit der Interfaces von Sound und Bild in die Gegenwart der geschaetzten Hoererschaft. Die
kratzende Wachsplatte aus dem Jahr 1889 hat eine rauschende Koerperlichkeit: Otto von Bismarck singt die Marseillaise.


Kapitel 3 »Spiegelung & Echo» 15 min
(published: 20190606)

03 — Spiegelung/Echo, Narziss ueber die Schultern schauen

Julia Kristeva spricht ueber Echolalien, Spiegelungen, die bei der sprachlichen und sozialen Entwicklung der Menschenkinder so wichtig ist, aber auch die Welt zerteilen. Tamara laesst Tobi duldsam die Entdeckung, bzw. die Sensation des Handspiegels nacherleben. Im Narziss-Reenactment zerfetzt die Wasseroberflaeche sein Gesicht. Und auch die textlichen Echolalien unterschiedlicher Herkunft verlieren ihre Form und Deutlichkeit in ihrer sich ueberlagernden Verdichtung im Jetzt. Von Marshall Mc Luhan dringt etwas ueber Medien als Narkotika durch.

Fragen, die mit Ja oder Nein beantwortet werden koennen, tauchen unvermittelt auf und ab. Kurt und Tobi versuchen halb freudig, halb verzweifelt mit Worten nach der Aufloesung und nach dem Widerschein zu greifen.


Entgegen frueheren Ankuendigungen habe ich beschlossen, die 6 Filme nicht von Anfang an en-Bloc zu veroeffentlichen, sondern ich fange an mit Kapitel 1 und 2: »Resonanz & Beschwoerung» und »Koerper/Medium», in Tranche 2 das Kapitel 3 »Spiegelung/Echo».// Heute Pfingsten schalte ich unerwarteter- und widerspruechlicherweise das Intro auf.//
Die restlichen 2 Videostuecke folgen im Laufe des Juni


Bei allem Hang zur Beschwoerung und zur Hervorhebung der ganzen Geisterhaftigkeit, die ja nicht nur mich umgibt, sondern alle an das so tiefgruendige WorldWideWeb angeschlossenen Menschenwesen, bleibt die Sache zunaechst doch eher nuechtern und hat neben dem kuenstlerischen Zugang auch einen Hang zu »wissenschaftlichen» Bezuegen, wenn ja auch (nach Platon) das Wissen lediglich als die etwas festere Gradation des Glaubens gelten kann. Er sagt: »Wissen ist begruendbarer, wahrer Glaube» — Wissen und Glaube als Gegensaetze zu betrachten, waere also eine eher abstruse Art, Gewissheiten zu beschwoeren, die es in ihrem absoluten Sinn hoechstens im Medium der Sprache geben koennte (der Mathematik koennten wir vielleicht schon mehr Vertrauen schenken). Und Boris Groys sagt: »Wir wissen eigentlich nicht, wie weit die Faehigkeiten eines einzelnen Menschen reichen». — Diese Aussage steht ganz am Ende von Kapitel 2 meiner »GeisterUndMedien»-TV-Serie.


demnaechst folgen:
Kapitel 4 »Mythen»
Kapitel 5 »Wahn & Sinn»



Vom 6. bis zum 21. Juni werden in der Diplomausstellung der ZHdK im Raum 5.K04 66 Exemplare der zugehoerigen Theoriearbeit »Geister und Medienkonzepte» verschenkt. Diese wird vorerst nur in gedruckter Form publiziert. Ihre Schluesselthemen sind Radiowellen und Narzissmus.

Waehrenddessen gruesse ich freundlich, wuensche allen »Happy Vision» und »Beautyful Spring» — und ich horche auf Resonanz und Nachhall
TMS, 20190604

Allerherzlichsten Dank an Tamara Huber, Kurt Honegger, Dieter Mersch, Christoph B. Keller, Jochen Kiefer, Robbie Mueller, Françoise Krattinger und meine kritischen Mentoren Ruedi Widmer und Tobias Gerber

— — —
Neben den Videostuecken (und in Vorarbeit zum Masterprojekt) wurden hier bisher 10 Radiosendungen à 45 Min zum Hyperkomplex der »Geister und Medien» publiziert.

Auf RadioLora, SO21 ausgestrahlte Sendungen zu »Geister & Medien»:

20190519_RadioDifficulture GM#10
Religions are Puppet-Games: Knowledge is a disease — Bilderkult und die Erfindung der Goetter — Hoerspiel einer musikalischen Hoellenfahrt

20190324_RadioDifficulture GM#9
Stadtgezwitscher und Schwarmgespraeche

20190127_RadioDifficulture GM#8
Aetherreisen

20181230_RadioDifficulture GM#7
Radioaktivitaet Wild & Free

20180715_RadioDifficulture GM#6
The Medium ist the Mess — Geister im Netz und die Namen des Mediums

20180520_RadioDifficulture GM#5
. . . soweit nichts Ueberraschendes (zu Pfingsten): die Logik des Spuks !

20180324_RadioDifficulture GM#4
Spring, Beautyful Spring ! (koerperlose Stimmen #2)

20180128_RadioDifficulture GM #3
Ghost Dance — to come from nowhere (koerperlose Stimmen #1)

20171203_RadioDifficulture GM #2
Solipsismus

20170716_RadioDifficulture GM #1
Luhan Mc Anical Bride

— — —
Und ebenfalls hier verlinkt: ein Textbeitrag zur Documenta 14, der ebenfalls Teil des Zyklus »Geister und Medien» ist
GM#00 — IGNORANZ IST EINE TUGEND
IGNORANZ IST EINE TUGEND — Gedanken zur performativen Setzung des Grosskunstwerkes documenta 14: «Lernen von Athen»


Der Korrespondent auf dem Ratnagiri Hill, Pushkar, Rajasthan, India —
hinter Savitri Mata Mandir. © Copyright by Tamara Anne Huber

RadioDifficulture GM#10 — Religions are Puppet-Games: KNOWLEDGE IS A DISEASE — Bilderkult und die Erfindung der Goetter — Hoerspiel einer musikalischen Hoellenfahrt


Bild: Der »benediktinische» Buddha und der kleine Nandi aus Varanasi geben dem Kristallmic aus den DDR-50-ern ein Interview . . .

Sendung vom 19. Mai 2019
Sounds by Dominik Brun del Re

„RELIGIONS ARE PUPPET GAMES — Geister und Medien #10 als mp3 hoeren:

1
»Religionen sind Puppenspiele» ist vielleicht eins der vorlaeufigen Fazits (gibt’s denn dieses Wort in der Mehrzahl?) meiner uferlos-poetischen Geister- und Medien-Forschung, die ich an der ZHdK in meinem Masterprojekt angefangen habe. Puppenspiele werden hier nicht etwa abschaetzig betrachtet, eher stehen sie als magisch aufgeladene Inszenierungen von kindlichen Geistern den raffinierteren aber genauso phantasischen Konstruktionen der Religionen Pate

Hervorgerufen wurde dieser »Slogan» u.a. durch die Beschreibungen von buddhistischen und Hindu- Ritualen, die Alexandra David Néel machte. Sie unternahm Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts lange Reisen nach Indien und in andere Laender Asiens. Die abenteuerliche Frau, der lesend »zuzuhoeren» sich lohnt, wurde beinahe 101 Jahre alt. Parallel zu ihrer Erscheinung in meiner Soundcollage zerfetzt der Indische Philosoph U.G. — Upaluri Gopala Krishnamurti gluecklicherweise alle Gewissheiten, die zuvor durch meine Texte entstanden sein koennten. — Solange mer es im Medium der Sprache tut, kann mer getrost und mit zuverlaessiger Scheingewissheit sagen: »Words are very unnessesary» (Depeche Mode) oder »Language is a Virus — uh!» (Laurie Anderson)

Fuer die Soundspur, die dem 45-minuetigen Hoerspiel zugrunde liegt, hat mich Dominik Brun del Re musikalisch unterstuetzt — herzlichen Dank! — Die Sendung ist eine musikalisch-poetische Bricollage, die die angesprochenen Themen immer nur mit Oberflaechlichkeit anschneidet, aber doch im Interesse der entrueckten Gesamtschau, verschiedene Aspekte in einem »Bild» versammelt . . .

Quelle der eingespielten U.G. Krishnamurti-Diskussion:

Quelle Alexandra David Néel:

Quelle Shanti Matram:
https://www.youtube.com/watch?v=o4HbD_uNKPw

2
Am Donnerstag 6. Juni ab 17 Uhr ist ZHdK-Diplomvernissage, an der im Toni-Areal die Bachelor- und Masterarbeiten praesentiert und fuer eine Woche ausgestellt werden.
https://www.zhdk.ch/veranstaltung/38227

Meine MA-Arbeit »Geister und Medien — Eine Theorie- und eine Videoarbeit zu Medien als Transzendenzschnittstellen, Ereignishaftigkeit, Spiegelung und Echo, Sinn und Wahn» wird dort als kleines Heftchen ausgestellt. Von der theoretischen Arbeit werden in den sieben Ausstellungstagen in der »Curateria» im 5. Stock 66 nummerierte Kopien verschenkt. — Danach ist das XtraMedium-Heft XXM#6 — weiterhin — nur in gedruckter Form, gegen 5 CHF zu haben (Bestellung: info@difficulture.ch — Betreff: XXM 6 Geister und Medien)

Da drin wird ein bisschen erzaehlerisch- fokussierend »gereist, gesucht und geschaut»; — mit besonderer Konzentration auf die beiden kulturellen Hyperkomplexe von »Radiotechnologie» und »Narzissmus»

3
Die Videoarbeit, Zyklus 1 der Reihe »Groove & Entropie» mit dem Titel »Geister und Medien — Ueber die Symbiose von Sinn und Wahn» hat am gleichen 6. Juni Online-Premiere. Die Links werden an der Diplomvernissage mit Flyern publiziert und auch auf www.difficulture.ch veroeffentlicht

Die Arbeit besteht aus sechs 15-minuetigen Videostuecken, die mit den Zuschauer_innen vor dem Bewusstsein der eigenen Medialitaet, in einem Reigentanz durch verschiedene Phasen hindurchschwirren — halb delirierend und halb durch »wissenschaftliche» Gesteinsbrocken untermauert. Aus der »Vision und Beschwoerung» werde ich konfrontiert mit der »Koerperlichkeit» und bewege mich ueber die »Selbstbepiegelung» hinab in die Erklaerungsversuche der »Mythen» um schliesslich im »Wahnsinn» tanzend und mich-selbst-aufloesend-verlierend wieder zu mir selber zu finden — parat fuer die naechste Runde. — Wer vielleicht sowas mag . . .

tobias strebel

((hier folgt demnaechst der +/-vollstaendige Text aus der RadioShow))